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Christian Morgenstern, 1871 in München geboren, entstammt einer Familie von Landschaftsmalern – ein Umstand, der bereits in seiner Kindheit häufigen Ortswechsel und Aufenthalt in der Natur zur Folge hatte.
Nach der Schulzeit in Landshut, Breslau und Sorau begann Morgenstern das Studium der Nationalökonomie in Breslau.
Daß dieses – wie bereits vorher eine begonnene Offiziersausbildung – aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden mußte, traf sich mit seinem wachsenden Bewußtsein für seine eigentliche Bestimmung: „so gehe ich mit dem Entschlusse um, dieser unseligen Halbheit energisch und ehrlich ein Ende zu machen und mich meinem wirklichen und einzigen Lebensberufe, dem Schriftstellerberufe, mit ungeteilter Kraft zuzuwenden.“ (Brief an seine Cousine Clara Ostler, 1893)
Während eine durch den Vater vermittelte Anstellung an der Berliner Nationalgalerie und Beiträge für Feuilletons verschiedener Zeitungen den Lebensunterhalt sicherten, wuchs seine literarische Produktion:
Nach In Phanta’s Schloss waren es vor allem die Galgenlieder, die ihn ab 1905 einem größeren Kreis bekannt machten.
Morgenstern, der auch Werke von Ibsen, Strindberg und Hamsun übersetzte, plante Zeit seines Lebens den Ausflug zum Roman oder Drama, doch blieb die kleine Form der Gedichte und Aphorismen die ihm gemäße Ausdrucksweise. So folgten den Galgenliedern bald die Grotesken um die Figuren Palmström, Korf und Palma Kunkel; Aphorismen wurden später u.a. im Band Stufen zusammengefaßt.
Sein seit seiner Jugend immer wieder aufflammendes Lungenleiden zwang ihn zu immer neuen Kuraufenthalten; Anstellungen als Lektor im Verlag Bruno Cassirer und als Dramaturg bei Felix Bloch Erben sorgten für die dafür notwendigen finanziellen Mittel.
1908 lernte er seine spätere Ehefrau Margarete Gosebruch von Liechtenstern kennen, ihre Heirat 1910 wurde von Morgensterns Vater mißbilligt und festigte die bereits seit Jahren andauernde Entfremdung zwischen Vater und Sohn.
In jene Zeit fällt auch die Bekanntschaft mit Rudolf Steiner, in dessen anthroposophischer Weltsicht Christian Morgenstern, der in jungen Jahren Nietzsche und de Lagarde verehrt hatte, seine geistige Heimat fand.
Aufenthalte in verschiedenen Sanatorien konnten schließlich seinen Gesundheitszustand nicht bessern – Christian Morgenstern starb im Alter von nur 42 Jahren.
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Christian Morgenstern
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